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»The album is … boring. Change the album!«
Lapsed & Nonnon meinen das eigentlich witzig, treffen mit ihrer Ironie aber so ziemlich den Kern ihres eigenen desillusionierenden Schaffens
Text: Jens Pacholsky
In gleich zwei Momenten jagen sich Jason Stevens und Dave Madden selbst ins Bockshorn. Da wäre das langwierige Intro, in der eine bestimmte Predigerstimme von Erfolg und Versagen philosophiert und zu dem Schluss gelangt, dass beide Konzepte abhängig von der Wahrnehmung sind. Was dem einen zum Erfolg gereicht, ist dem anderen ein Versagen. Der Übergang ist eine reine Frage des Bewusstseinswechsels. Zum anderen taucht da plötzlich das amüsant gemeinte Telefonat mit ihrem Label Ad Noiseam in der Mitte des Albums auf, in dessen Verlauf als Satire auf gängige Major-Praktiken um die Änderung des Albums gebeten wird, das weder zuzuordnen ist, noch in den Ohren des Labelinhabers interessant klingt. In beiden Momenten beweisen die als Lapsed & Nonnon angetretenen Musiker ein höchstes Maß an Klarheit über ihr Album.
Die Herren aus Salt Lake City haben in all ihrer Ironie nämlich aus Versehen zum auf sie selbst gerichteten Zynismus gegriffen. Das Album ist langweilig. Unkoordinierte Beatkonstruktionen, die sich in ordinäre Distortionattacken flüchten, abgehalfterte Klangspektren aus IDM und HipHop, die irgendwie Funckarma sein wollen, aber weit vor den Shadow-Huntaz-Produzenten abbremsen. Da bleibt auch der Gastauftritt vom Shadow-Huntaz-MC Nongenetic eher schlechtes Alibi. Zwischendurch dann ein paar holpernd intonierte Raps von Buck Dexter, Subtitle und Bleubird – zu mehr reicht es nicht. »Death Of Convenience« klingt nach nicht mehr als mittelmäßigen Standard und so, als hätten Lapsed & Nonnon bislang nur das »How To Install«-Tutorial ihrer Software gelesen. Wie wohl die Wahrnehmung der Erfolg-Versagen-Klippe der beiden nach der Fertigstellung ausgesehen hat?
:: »Death Of Convenience« von Lapsed & Nonnon ist bei Ad Noiseam erschienen
:: Lapsed & Nonnon Sounds
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