bilder
Ed Brubaker & Sean Phillips »Sleeper: Die Gretchenfrage«
Die vorletzte Runde des komplexen Agententhrillers zieht die Schnüre zu.
bilder
David Brin & Scott Hampton »The Life Eaters«
Die alternative Entwicklung des 3. Reichs als wahrer und aktueller Albtraum
bilder
Eric Powell »The Goon 3: Meine mörderische Kindheit«
Unser Maskottchen mit der Schlägervisage plaudert über seine vermaledeite Kindheit
Artikel

Die Bisswunden Murnaus
Friedrich Wilhelm Murnaus expressionistisches Meisterwerk »Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens« ersteht restauriert und rekonstruiert wieder auf
Text: Robert Pick Fotos: Universum Film Home Entertainment
Friedrich Wilhelm Murnaus »Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens« gilt als vielbeachteter Klassiker des Horrorgenres und ist tatsächlich eine seinerzeit nicht autorisierte Verfilmung von Bram Stokers Roman »Dracula«. Obwohl der Film explizit auf Stokers Tagebuchroman basiert, taucht der Name des titelgebenden Grafen nicht auf, da Murnau die Rechte an der der literarischen Vorlage nicht erhielt. Also benannte er die Figur des Vampirs einfach in Graf Orlok um, veränderte die Geschichte leicht und drehte seinen Film ohne Einverständnis von Stokers Erben. Die Vorstellung, dass Vampire lichtscheu sind, was in fast allen Adaptionen des Vampirthemas eine gewisse Rolle spielt, geht in der Tat auf Murnaus »Nosferatu« zurück. In der Originalvorlage ist dies nicht der Fall.

Von einem der auszog, das Gruseln zu lehren
»Nosferatu« ist, wie sein Schöpfer, recht eigenwillig: ein Stummfilm, um den sich nicht nur inhaltlich Mythen ranken. Dies liegt vor allem an dem enigmatischen Hauptdarsteller Max Schreck, dem nicht zuletzt der sichtlich von Murnaus Werk beeinflusste Tim Burton in seinem 1992 entstandenen Film »Batman Returns« ein filmisches Denkmal gesetzt hat. Auch die Dreharbeiten zu »Nosferatu« wurden von eigenartigen Ereignissen überschattet, die den Schauspieler Max Schreck der Legende nach als tatsächlichen Vampir entlarvten und den Regisseur E. Elias Merhige 2000 zu seinem Werk »Shadow of the Vampire« inspirierten. Darin zeichnet er sehr frei die Dreharbeiten zu »Nosferatu« und die Allüren von Max Schreck (glänzend: Willem Dafoe) und Regisseur Murnau (John Malkovich) nach.
Weltweit existieren aus unterschiedlichen Quellen mehrere verschiedene Versionen des Klassikers. 1930 entstand sogar eine Tonfilmversion des Films mit dem Titel »Die zwölfte Stunde – Eine Nacht des Grauens«, die von Murnau jedoch nicht autorisiert wurde. Max Schreck selbst lieh in dieser Version seiner Figur die Stimme. Im Jahr 1978 entstand unter der Regie von Werner Herzog mit »Nosferatu – Phantom der Nacht« ein sehr gelungenes und nicht minder eigensinniges Remake von »Nosferatu«, was nicht zuletzt an der Besetzung von Klaus Kinski in der Rolle des Vampirs liegt.

Kostbares Blut
Transit Classics veröffentlicht nun den 1922 uraufgeführten »Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens« vollständig überarbeitet in einer edlen Steelbook-Edition in hervorragender Bild- und Tonqualität. Nach allen Regeln der Restaurationskunst wurde nicht nur die Originallänge des Films samt Zwischentiteln und Virage wiederhergestellt, sondern auch die lange Zeit als verschollen geltende originäre Musik aus dem Jahre 1921 nach Hans Erdmann, die unter der Leitung von Berndt Heller vom Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken eingespielt und in 5.1 Stereo abgemischt wurde. Als Bonus findet man die exzellenten Dokumentationen »Die Sprache der Schatten« von Luciano Berriatúa (ca. 53 Minuten) und »Nosferatu – Ein historischer Film trifft auf digitale Bearbeitung« (ca. 3 Minuten), die sich eingehend und je nach Interesse mit dem Film und dessen Geschichte bis zur Rekonstruktion auseinandersetzen. Weitere Extras sind umfangreiche Bio- und Filmographien zu 8 Stab- und Besetzungsmitgliedern sowie Produktionsdaten und eine Bildergalerie.
Die progressive, experimentelle Regie Murnaus und die überragende schauspielerische Leistung von Max Schreck machen »Nosferatu« – neben Langs »Metropolis« und Wienes »Das Cabinet des Dr. Caligari« – zu einem der einflussreichsten deutschen Filme der Stummfilmära. Murnau verwendet eine ausgeklügelte Bildkomposition sowie Techniken des Spannungsaufbaus und ganz spezielle Kameraeinstellungen, die noch Jahrzehnte später ihre Spuren in Filmen wie »2001: A Space Odyssey«, »Halloween«, »A Nightmare on Elm Street« bis hin zu »Signs« hinterließen. Wer Interesse an deutscher (Stumm-)Filmkunst hegt oder sich für die Ursprünge des Horrorgenres interessiert, ist mit dieser wahrhaftig schaurig-schönen Deluxe Edition von »Nosferatu« sowohl in Hinblick auf die Qualität der Restauration als auch die Extras bestens beraten.
:: »Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens« von Friedrich Wilhelm Murnau, auf DVD erhältlich (Transit Film/Universum Film Home Entertainment)
:: Transit Film
Kommentieren
- Jon J Muth
»M«
- Eric Powell
»The Goon 2: Was ein Elend!«
- Cosey
»Auf der Suche nach Peter Pan«
- Diagonale 2009
- Rob Swift
»As The Technics Spin«
- Gerard Way & Gabriel Bá
»Umbrella Academy«
59. Berlinale #8
»Deutschland 09 -13 Filme zur Lage der Nation«
59. Berlinale #7
F. Wenzel, H. Hellström»Man tänker sitt«
59. Berlinale #6
Bradley Rust Gray»The Exploding Girl«
59. Berlinale #5
Matthew Hysell»Marin Blue«
59. Berlinale #4
»The Shock Doctrine«»L’Encerclement«
59. Berlinale #3
Yoav Shamir»Defamation«
59. Berlinale #2
Sharon Lockhart»Lunch Break«
59. Berlinale #1
Mariano De Rosa»Aguas Verdes«
- Daniella Marxer
»ZUOZ«
- goon präsentiert:
»IN THIS WORLD - Film.Gegenwart.Politik«
- Alan Moore & Eddie Campbell »From Hell«
- Maria Teresa Camoglio
»Die dünnen Mädchen«
- Frank Miller & Geof Darrow »Hard Boiled«
- Tomas Alfredson
»So finster die Nacht«
- K. Busiek & M. Alberti
»Redhand 2: Die Waffe der Götter«
- goon empfiehlt: »Sue de Beer, Derek Holzer, SIX«
- Eric Powell
»The Goon 1: Krudes Zeug«
- Gilroy, Prosser, del Carmen & Jones
»Aliens: Band 3«
- Jordi Bernet & Enrique Sanchez Abuli
»Torpedo: Band 5«
Ältere Artikel »








