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Zurück zu ungeahnten Wurzeln
Hecq lässt die stolpernden Beats links liegen und zaubert einen opulenten, choralen Soundtrack
Text: Jens Pacholsky
Wo Techno seine Basis in Funk und Disco hat, kann der IDM partiell die Vergangenheit in klassischer und sakraler Musik nachgesagt werden. Die Opulenz und der Pathos, die sich in den Klangräumen entfalten, finden sich in beiden Formen aufs Äußerste ausgereizt. In ihnen verwirklicht sich der Traum vom Loslösen und von Zeitlosigkeit. In der Klassik übernehmen das Schweben Violinen- und Bläseraufwartungen. In der elektronischen Musik werden eben die Synths entsprechend programmiert und ummoduliert. Der Weg ist somit nicht weit vom einen zum anderen, selbst wenn das Hörerlebnis immer doch als Ganzen grundverschieden ist.
Hecq zumindest entleert seine klangdichten Kompositionen auf seinem vierten Album nun von allen rumpelnden Beats und begibt sich in die Reinform des endlosen Klanggeflechts. Riesige Streicherkaskaden und Pianotropfen stürzen minimalistisch arrangiert – was einer Opulenz keineswegs zuwider läuft – nieder und erschaffen einen Soundtrack des Allraums. Der 26jährige hat sich damit einen riesigen Schritt von seinen früheren Werken entfernt und bleibt ihnen dennoch äußerst nahe. Seine Markenzeichen, die Brüche und Störungen der Ebenen, die stets einen Riss durch die Harmonie führen, bleiben unterschwellig allgegenwärtig. Es ist eine Mischung aus der Schönheit des Unendlichen und Ehrfurcht vor dem Kollaps, die Hecqs Musik hervorstechen lässt. Es ist Musik für das Ende der Zeit.
:: »Night Falls« von Hecq ist auf Hymen/Ant-Zen erschienen
:: Hecq Home
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