bilder
Ed Brubaker & Sean Phillips »Sleeper: Die Gretchenfrage«
Die vorletzte Runde des komplexen Agententhrillers zieht die Schnüre zu.
bilder
David Brin & Scott Hampton »The Life Eaters«
Die alternative Entwicklung des 3. Reichs als wahrer und aktueller Albtraum
bilder
Eric Powell »The Goon 3: Meine mörderische Kindheit«
Unser Maskottchen mit der Schlägervisage plaudert über seine vermaledeite Kindheit
Artikel

Farbloses Blutbad
Der zweite Band von Tim Seeleys und Stefano Casellis »Hack/Slash«-Serie lässt die Ausgefeiltheit des Vorgängers vermissen
Text: Jens Pacholsky
Slasher und dessen unzählige Persiflagen und Karikaturen (teils ihrer selbst) sind längst das neue Schwarz im Horrorgenre, mittlerweile sogar schon wieder etwas angegraut. In Verbindung mit der Jugendmodebewegung Visual Kei bekommt es gar etwas zuckersüßes mit Sexappeal. Kein Wunder also, dass das Konzept von »Buffy« und »Scream« auch die perfekte Plattform für unrealistische Blutbäder erklimmt: Den Comic. Tim Seeley und Stefano Caselli hatten 2004 mit »Hack/Slash 1: Der erste Schnitt« (deutsch 2007 bei Cross Cult erschienen) einen hohen Qualitätslevel für das vermeintlich billige Genre eingeführt. Sehr detailliert und atmosphärisch gezeichnet sowie mit einer humorvoll sarkastischen bis selbstironischen Ader schickten sie ihre beiden Protagonisten in widersprüchliche, clever inszenierte Hackschlachten voller Popkulturreferenzen. Da wurden auch der egozentrische Inszenierungswahn und die übermäßige Ikonenverehrung der Comicfans unter die Beile genommen.

»Eingeschläfert« aus »Hack/Slash 1«
Aftermath
Der zweite Band versucht nun, dem Filmmedium selbst wieder näher zu kommen. Während die beiden Hauptgeschichten wie das Freeze von Szenensequenzen angelegt sind und ihre sehr trashigen Plots den »Ich weiß was Du gestern morgen um 10 Uhr in Deutschland getan hast«-Filmen konsequent folgen, ergehen sich die sechs weiteren Kurzgeschichten in der Abarbeitung von Filmklischees in Form von Trailern. In kurzen mehrseitigen Panelserien werden Geschichten angerissen und als noch unfertige Häppchen präsentiert. Sie wirken wie jene Kinovorschauen, nach denen man weiß, dass man sich den Film maximal auf DVD anschauen wird. Weder die nette Werbespotidee noch die Hauptgeschichten können die Ideenvielfalt des ersten Bandes aufgreifen. Die Kreativität scheint das amerikanisch-italienische Duo vollständig in den ersten Teil gesteckt zu haben. Vielleicht haben sie deshalb mit u.a. Dave Crosland, Skottie Young und Mike Norton insgesamt neun weitere Zeichner angeheuert, um die Lücken zu füllen. In »Hack/Slash 2« spitzt sich die Suche nach der Pointe schon mal in reinen hilflosen Zynismus und Slapstick zu, wo zuvor Ironie und durchdachter Witz steckte. Die Zeichnungen wirken verkitscht und farblos. Die Protagonistin Cassie hat ihr Sexappeal verloren, wirkt steif und – was am meisten auffällt – sieht innerhalb einer Geschichte in ihren wesentlichen Gesichtszügen ständig anders aus. Es fehlt die Konstanz in der Realisierung. Abgesehen von ein paar guten Momenten in dieser düsteren Welt, bleibt »Hack/Slash 2« eine dieser Fortsetzungen.

»Stich langsam« aus »Hack/Slash 2«
:: »Hack/Slash 2: Tödliche Fortsetzung« von Tim Seeley / Stefano Caselli ist bei Cross Cult erschienen, Asperg 2008, 160 Seiten HC, €19,80
:: Cross Cult mit Leseprobe
Kommentare
Kommentieren
- Jon J Muth
»M«
- Eric Powell
»The Goon 2: Was ein Elend!«
- Cosey
»Auf der Suche nach Peter Pan«
- Diagonale 2009
- Rob Swift
»As The Technics Spin«
- Gerard Way & Gabriel Bá
»Umbrella Academy«
59. Berlinale #8
»Deutschland 09 -13 Filme zur Lage der Nation«
59. Berlinale #7
F. Wenzel, H. Hellström»Man tänker sitt«
59. Berlinale #6
Bradley Rust Gray»The Exploding Girl«
59. Berlinale #5
Matthew Hysell»Marin Blue«
59. Berlinale #4
»The Shock Doctrine«»L’Encerclement«
59. Berlinale #3
Yoav Shamir»Defamation«
59. Berlinale #2
Sharon Lockhart»Lunch Break«
59. Berlinale #1
Mariano De Rosa»Aguas Verdes«
- Daniella Marxer
»ZUOZ«
- goon präsentiert:
»IN THIS WORLD - Film.Gegenwart.Politik«
- Alan Moore & Eddie Campbell »From Hell«
- Maria Teresa Camoglio
»Die dünnen Mädchen«
- Frank Miller & Geof Darrow »Hard Boiled«
- Tomas Alfredson
»So finster die Nacht«
- K. Busiek & M. Alberti
»Redhand 2: Die Waffe der Götter«
- goon empfiehlt: »Sue de Beer, Derek Holzer, SIX«
- Eric Powell
»The Goon 1: Krudes Zeug«
- Gilroy, Prosser, del Carmen & Jones
»Aliens: Band 3«
- Jordi Bernet & Enrique Sanchez Abuli
»Torpedo: Band 5«
Ältere Artikel »









Sly_von_voigt / 13.09.2008 / 10:54
für eine Jugendbewegung hat dieses “Virtual Kay” aber erstaunlich wenige google treffer.
Jens / 14.09.2008 / 21:32
Autsch. Da sind mir natürlich einige Buchstaben durcheinander geraten. Danke für den Hinweis. Soll natürlich Visual Kei heißen.