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Redhand02

Banale Schönheit

Der Held in »Redhand 2: Die Waffe der Götter« von Kurt Busiek und Mario Alberti geht vor fantastischen Panoramen unter

Text: Jens Pacholsky

Redhand hat einen weiten Weg hinter sich. Aus dem Hinterland, der Wüste, geflohen hat es ihn nach Silancaea verschlagen, der Stadt der Götter und des Superlativs. Leuchtende Tempel und ein riesiger absenkbarer Hafen (den Kurt Busiek und Mario Alberti leider nicht weiter beschreiben) krönen die herausragenden Abschnitte der Stadt. Wie in jeder goldenen Metropole findet sich am Hafen auch das große Slums. Es gibt Magie und eine Theologie der Zweiteilung, die sich weniger in Gut und Böse denn in Arm und Reich unterteilt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Redhand, den unverwundbaren Krieger, dem die Götter nichts anhaben können, ist dennoch zufrieden in seinem neu gefundenen Sklavenjob. Es ist ein einfaches, normales Leben ohne Krieg. Bis die Diebin Mara in sein Leben tritt, ihn erst verpfeift und dann aus der verzwickten Situation heraus hilft. Das normale Leben ist gestört. Ein sehr reicher und habgieriger Geschäftsmann hat ein Auge auf den guten Kämpfer geworfen und bittet ihn, ein Artefakt der Vergangenheit – noch vor den Göttern entstanden – aus einem uneinnehmbaren Tempel zu stehlen.

Redhand01

Der Fall
Autor Kurt Busiek schickt seinen Helden dabei in eine ebenso einfach gestrickte wie inhaltliche vorhersehbar banale Geschichte, die irgendwo zwischen »Ein bisschen Frieden« für einen müden Krieger und christlich strukturierter Kapitalismuskritik hängen bleibt. Man hört fast den Schrei nach Kommunismus. Die Vertreibung aus dem Paradies wird als Habgiermotiv eingeflochten, dass die mittlerweile zu Göttern stilisierten gerechten Herrscher der Vorzeit getötet und die Apokalypse heraufbeschwört hat. Habgier als Fall des Menschen. Das hat sein Vorbild ohne Zweifel in der realen Welt und macht »Redhand 2: Die Waffe der Götter« zur passablen Parabel, kann von Busiek aber nicht ohne Zusatz von saurem Moralismus formuliert werden. Der Zeichner Mario Alberti verhilft dem Comic derweil zu warmer, utopischer Schönheit – zumindest wenn er in detaillierten Panoramen alle Strahlkraft seiner Zeichenstils unterbringt. Nur bei den Menschen (daran scheiterte ja auch der Kommunismus immer wieder) beginnt er zu schwimmen. Die Perspektiven stimmen nicht, die Mimik und Gestik wirken unstrukturiert und statisch. Als Landschafts- und Settingcomic könnte »Redhand« damit sehr gut funktionieren. Ein visuelles Eintauchen in einen unnatürliche und deshalb extrem verlockende Welt kann Alberti ohne weiteres Erreichen. Man darf nur nicht näher treten.

:: »Redhand 2: Die Waffe der Götter« von Kurt Busiek & Mario Alberti ist bei Cross Cult erschienen, Asperg 2008, HC vierfarbig, 48 S., € 12,80
:: Cross Cult mit Leseprobe



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