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Toro Y Moi

»Causer Of This«

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Ein 23-jähriger Jungspund aus Columbia, South Carolina schafft die kenntnisreichste Popmusik dieses jungen Jahres

Artikel

Bela Emerson_Hespera

Durchschneiden der Authentizität

Bela Emerson dekonstruiert ihr klassisches Instrument das Cello und entdeckt es damit gänzlich neu

Bela Emerson ist am 18.12.08 unsere Weihnachtsüberraschung im goon Weihnachtskalender. Einen exklusiven Song stellt uns und Euch Bip Hop freundlicherweise als Download zur Verfügung.

Text: Jens Pacholsky

Am Anfang war die Täuschung. Das wohlgeformte Ordnungssystem der Noten, dass seit knapp Tausend Jahren den Grundstein der musikalischen Betrachtung darstellt, zerfällt. Von einem ordinären Cello erwartet man ein wohlklingendes tiefes und einordbares System. Davon will Bela Emerson zum Glück nichts wissen. 2003 saß die Improvisationskünstlerin im Berliner Roten Salon, ein Cello vor dem Körper wiegend. Was nach einem Abend klassischer Kammermusik aussah, wurde nur durch ein ganzes Sammelsurium von Effektgeräten, Loopmaschinen und elektronischen Spielereien zu ihren Füßen gestört. Und plötzlich stürzte sich die Engländerin in ein vielschichtiges Klangfeld aus Rhythmuselementen und Melodiefragmenten, Noise, Gitarrenwänden und seltsamen, nicht identifizierbaren Klängen. Als würde ein Orchester riesiger Unformen auf der kleinen Bühne Platz gefunden haben, zwischen denen von Zeit zu Zeit eine reminiszente Cello-Melodie zum Vorschein trat. All das aus zwei Händen und vier Seiten, ohne vorgegebene Texturen, alles improvisiert. Live fand sie sich manches Mal mit dem tasmanischen Improvisationsteufel Tim Exile aber auch dem schwedischen Free-Jazz-Pianisten Sten Sandell und dem walisischen Harfenmanipulator Rhodri Davies in bester Gesellschaft. Auch John Peel erwies ihr bei Radio 1 die Ehre.

Der Schein trügt nicht
Auf ihrem vierten Soloalbum dekonstruiert Bela Emerson weiter das Konzept des klassischen Cellos. Und formt damit eine authentische experimentelle Klassik, die zugleich von einer verwirrenden Fälschungstaktik lebt. Ähnlich dem Elektronik-Virtuosen Squarepusher verwischt die Cellistin doe Identifikation und Eindeutigkeit des klangs. Die Quelle verschwindet hinter Modifikationskaskaden. Das, was zwischen Noise, Experimental, Klassik und vermeintlich digitalen Wellenverschiebung in einer spannenden, abwechslungsreichen, brutalen und einfühlsamen Zwischenwelt kulminiert, an der Warps Klangstimmungsforscherin Mira Calix ihre pure Freude haben dürfte, entstammt vollständig einem rein akustischen Instrument. Bela Emersons Traum gibt der vermeintlich staubigen Klassik damit ihr Mysterium zurück. Der Elektronik sei Dank.

:: »Hespera« von Bela Emerson ist bei Bip Hop/Cargo UK erschienen
:: Bela Emerson’s Home



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