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Verloren im Subraum
Das Nachfolgealbum von Distance übt sich in extremer Zurückhaltung
Text: Jens Pacholsky
In den Tiefen des Marianengrabens ist der Druck auf die Ohren enorm. Es ist ein unendlich tiefes Dröhnen, das sich immer weiter hinab gräbt. Kaum wahrnehmbar, doch es lässt die Haare auf den Armen zittern, als stehe man in einem Magnetfeld. Nachdem Distance Anfang 2007 seine Dämonen auf den Dubstep losgelassen hatte (»My Demons«, Planet µ) und die Elektronik des Subbbassgeländes mit einem analog anmutenden Schlagzeug erkundete, ist er für seinen Nachfolger tiefer gestiegen. Die Basslinien nimmt allein die Haut wahr. Das Gehör bekommt nur eine Idee davon. Dieses Dröhnen vibriert kaum spürbar an den Flimmerhärchen. Das Grollen eines versteckten Untiers. Doch in dieser Tiefe gestalten sich auch die Formen anders. Was hier unten lebt, ist unzerstörbar und krude gepanzert – von metallischer Stabilität und Kälte. Dem Dröhnen mischt sich ein fröstelndes Klirren unter, das Distance Vorliebe für Industrial und Heavy Metal verrät, ohne sie direkt zum Einsatz zu bringen. Höchstens die seltsam luminiszierenden Urwesen erhellen die dunkle Leere, die sich unter dem Druck auf die Ohren ausstreckt. Ein schier lebloses, verlassenes Areal, unwirtlich, gnadenlos und unendlich träge. Jede Bewegung wird gezielt eingesetzt.
An keinem Ort wird einem die Einsamkeit und schiere Kälte des Universums bewusster als in 11000 Meter Tiefe.
:: »Repercussions« von Distance ist bei Planet µ/Neuton/NTT erschienen
:: Distance Sounds
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