bilder

Ed Brubaker & Sean Phillips »Sleeper: Die Gretchenfrage«

EdBrubaker_Sleeper3-Cover

Die vorletzte Runde des komplexen Agententhrillers zieht die Schnüre zu.



bilder

David Brin & Scott Hampton

»The Life Eaters«

DavidBrin_TheLifeEaters_Cover

Die alternative Entwicklung des 3. Reichs als wahrer und aktueller Albtraum



bilder

Eric Powell

»The Goon 3: Meine mörderische Kindheit«

TheGoon#3_cover

Unser Maskottchen mit der Schlägervisage plaudert über seine vermaledeite Kindheit

Artikel

20094410_1.jpg

59. Internationale Filmfestspiele Berlin | 39. Forum

Yoav Shamir »Defamation«

Yoav Shamir spürt mit seinem neuen Dokumentarfilm dem Antisemitismus nach und gelangt dabei über provokante Thesen zu einer differenzierten Sichtweise.

Text: Gero Drake Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin

Welche Rolle spielt der Antisemitismus heute? Wem nützt, wem schadet er? Wird er instrumentalisiert? Diesen Fragen geht der israelische Filmemacher Yoav Shamir auf sehr persönliche Art in seiner Recherche nach, die mit ihrem auf Einmischung und Provokation setzenden Stil den Filmen Marcel Ophüls’ verwandt ist, in der auf Unterhaltsamkeit abzielenden Machart denen Michael Moores. Defamation begleitet ein Gruppe israelischer Schüler beim Besuch polnischer KZ-Gedenkstätten und beobachtet, wie die Jugendlichen, darauf getrimmt, überall gehasst zu werden, auch dort Antisemitismus wittern, wo er nicht existiert. In New York nimmt er die Arbeit der Anti-Defamation-League unter die Lupe, die antisemitische Vorfälle auf der ganzen Welt auflistet. Beim Nachprüfen einzelner Fälle bleibt von den vermeintlichen Vorwürfen nichts übrig. Ist der Antisemitismus heute gar nur eine Erfindung der Juden?

Yoav Shamir lässt Lobbyisten, Wissenschaftler, Geistliche und Politiker zu Wort kommen, die alle, ob Linke oder Rechte, von Leidenschaft, Kalkül, und persönlicher Betroffenheit gleichermaßen angetrieben sind. Ebenso wie in »Flipping Out« von 2007 über junge Soldaten und Soldatinnen der israelischen Armee, die sich nach ihrem Militärdienst für einige Zeit nach Nordindien absetzen, betätigt sich Shamir als Erforscher des heutigen israelischen Selbstverständnisses. Scheint sich Shamir am Anfang noch über die Akteure lustig machen zu wollen, gelangt er im Verlauf des Films zu einer kritisch-differenzierteren Sichtweise. Paranoia und die Neigung zu Verschwörungstheorien entdeckt er bei der Linken und der Rechten gleichermaßen. Israelis und die im Ausland lebenden Juden zeigt der Film als in der Antisemitismus-Frage zutiefst gespaltene »Gemeinschaft«, und schon diese Erkenntnis entzieht all den Verschwörungstheoretikern die Argumentationsbasis, die so gerne glauben wollen, dass es eine die Weltpolitik beeinflussende konzertierte Aktion des Staates Israel und »der Juden« gäbe

:: »Defamation« von Yoav Shamir, bis zum 15.2. auf den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin
:: »Defamation« Website
:: 39. Forum



Kommentieren



. . .