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»Causer Of This«

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Ein 23-jähriger Jungspund aus Columbia, South Carolina schafft die kenntnisreichste Popmusik dieses jungen Jahres

Artikel

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Slint? Tortoise betonen das »Rock« im Wörtchen »Post-Rock«

post- R-O-C-K

Auf ihrem nunmehr sechsten Longplayer entdecken Tortoise verzerrte Rockgitarren für sich. Stellenweise recht ruppig und improvisiert, entbehrt »Beacons Of Ancestorship« jedoch nie der speziellen tortoise’schen Typik.

Text: Martin SIilbermann Foto: Jim Newberry

Das Album beginnt mit einem sperrigen, dreigeteilten Achtminüter und mündet mit dem eingängigen, sich sachte steigernden »Charteroak Foundation« in einer klassischen Postrock-Nummer: schlichtes Gitarrenpicking als Basis, rhythmisch-unerwarteter Drums-Einsatz und dann wird nach und nach Spur auf Spur gestapelt. Auch in entgegengesetzter Reihenfolge würde die Tracklist also durchaus funktionieren und gibt damit einen Hinweis, dass sich hier nicht nur viele Loops wiederholen, sondern auch Kreise schließen. Das Rad erfindet die Chicagoer Band freilich nicht neu, ihr Konzept wird vielmehr um einige Ecken und Kanten erweitert – trotzdem läuft weiter alles rund.
Mit einer nicht für möglich gehaltenen Rohheit wird in »Yinxianghechengqi« mit Fuzz-Bass und simplen Bum-Tschak-BumBum-Tschak geradewegs drauflosgeballert, wobei der »Au«-Kampfschrei beim Einzählen der einzige Vokaleinsatz des Albums ist. Im zweiten Stück »Prepare Your Coffin« gibt sich die Leadgitarre einer wahren Gniedelorgie hin, während konkurrierende Rhythmuspattern sich umschlängeln. Neben diesen und weiteren Überraschungen wird im Gegenzug auch auf Kontinuität gesetzt, so dass der Jam-Charakter und das nonchalante Zusammenspiel der Band genauso wiedererkennbar bleiben wie die visuell-cineastische Stimmung, die sich bei einigen Stücken unweigerlich einstellt. »The Fall Of Seven Diamonds Plus One« verbindet die Gitarrenlinie eines Spaghetti-Westerns mit dem rhythmischen Kettengerassel und »Hau ruck«-Rufen eines Sklavenschiffes. Das kurze »de Chelly« ist eine 1980er-Jahre-Science-Fiction-Miniatur und das Zwischenstück „Penumbra“ versammelt scheinbar Erkennungsmelodien alter Fernseh-Quiz-Shows.
Ein vielschichtiges wie kurzweiliges Album ist Tortoise also gelungen, was sowohl zu überraschen als auch zu bestätigen weiß. Erwartungen werden mehr als erfüllt, auch wenn es an echten Höhepunkten mangelt. Daher passt der Präfix Post- nach wie vor besser als Progressiv-, denn auch bei Tortoise gilt: Es geht nicht immer vorwärts, aber zumindest weiter.

»Prepare Your Coffin« von Tortoise, realisiert von Andrew Paynter

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| »Beacons Of Ancestorship« von Tortoise ist bereits bei Thrill Jockey
| Tortoise - Homepage



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