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Der Club für Daheim
Neben den klassischen 12 Inches wie jüngst von Joy Orbison erweitert Hotflush sein Dubstep-Portfolio nun um kostenfreie Podcasts
Text: Jens Pacholsky
Dubstep zu Hause? Wo bleibt da der Spaß, wenn nach fünf Minuten die Polizei die Anlage konfisziert, weil die Subbass-Massage Risse im Nachbarviertel hinterlässt? Und was soll ich mit all den Tracks, die derbe knallen aber an einem gerade mal zweiminütigen Spannungsbogen scheitern? Zumindest für letzteren Einwand gibt es gut Mix-CDs wie der »Dubstep Allstars«-Zyklus auf Tempa Records oder »10 Tons Heavy« auf Planet µ. Aber da unsere Generation Musik als Freeware versteht, dürften diese teils fulminanten Exkursionen in die Bassschnipselei den meisten wenn auch lieb so doch zu teuer sein.
Um nicht mehr fünf Jahre hinter Gittern tanzen zu müssen, stellt Hotflush ganz solidarisch nun regelmäßig Podcasts zur Verfügung. Von den hauseigenen Produzenten im knappen Stundenformat zusammen gemixt, kann sich nun entspannt und frei auf die Filetstücke des Dubstep konzentriert werden.
Den Anfang machte unlängst Incyde mit einem verhaltenen Mix, der ein housiger Dubstep-Warmup sein könnte. Ganz still fließen hier die Frequenzen ineinander. Sigha übernimmt den zweiten eil und eröffnet damit den Minimal-Floor. Dubstep ganz deep und nahe am Techno-Bruder. Die Nacht ist eröffnet.
In diese Kerbe schlägt bekanntlich auch Hotflushs kleine Schwester, Hotflush 2 Records. Deren neuestes Signing Joy Orbison erscheint dieser Tage mit einer ganz realen und handfesten 12 Inch. Das Doppelpack entspannt absolut grandios sich zwischen Subbass, IDM-Melancholie, Vocal House-Fragmenten und Science-Fiction-Breakbeat-Emphase.
Hotflush bietet sozusagen »Kauf eins, bekomme zwei dazu«. Eigentlich ein guter Deal. Vielleicht ist der auch mit der Polizei verhandelbar.
Joy Orbison »Hyphn Mngo«
:: »HFT009« von Joy Orbison erscheint bei Hotflush
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