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Teenage Angst has paid as well
Das kanadische Gitarre-Schlagzeug-Duo Japandroids (JPNDRDS) liefert einen Soundtrack zur DIY-Kultur der Blogosphäre: einstöpseln, loslegen, krachmachen
Text: Sebastian Hinz
Das Grundgefühl von »Post-Nothing«, dem Debütalbum des kanadischen Duos Japandroids, spiegelt sich am besten in folgender Songzeile: »We used to dream/ now we worry about dying«. Brian King (Gitarre) und David Prowse (Schlagzeug) schreiben vor allem Songs über die vergehende Jugend: »The Boys Are Leaving Town« und »(After her) I Quit Girls« heißen die Lieder, »Wet Hair« handelt davon wie sie Zungenküsse an französische Mädchen (»french kissing french girls«) verteilen. Die beiden Jungs aus Vancouver verstehen es, mit Wortwitz aus harmlosen Teenage-Anekdoten pointierte Gleichnisse auf die Jugend entstehen zu lassen. Auch wissen sie darum, wie man aus einem derart reduzierten Equipment, Kraft, Melodie und Emotion gewinnen kann. So findet man musikalisch einen Pfad, der sich gut zwischen dem ihrer Landsleute The Constantines, North Of America und Death From Above 1979 entlang schlängelt. Den großen Hype um die Band derzeit rechtfertigt das allerdings nicht. Mit den Japandroids – die sich gerne auch ohne Vokale JPNDRDS benennen – feiert die DIY-Kultur der Blogosphäre nichts weiter als sich selbst: einstöpseln, loslegen, krachmachen. Die fehlende Komplexität wird dann als ›wohltuend‹ tituliert. »Post-Nothing« bezeichnet nicht eine Phase, die das Ende des Nichts postuliert, sondern ist bloßes Statement für eine Auffrischung der Perspektivlosigkeit, eine Bejahung der allgemeinen Lähmung. Es ist der Soundtrack einer Generation, die keinen Illusionen mehr erliegt. So mangelt es hier nicht allein einem eigenen künstlerischen Ansatz, es fehlt inhaltlich auch eine Schnittmenge mit meiner eigenen Lebenswelt.
| »Post-Nothing« von Japandroids ist soeben bei Polyvinyl/Cargo erschienen
| Japandroids - Homepage
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