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Große Pop-Kunst
Erst war er der Sohn von Anthony Braxton, dann Mitglied der »Supergroup« Battles, mit seinem dritten Solo-Album »Central Market« hat sich Tyondai Braxton endgültig von allen emanzipiert
Text: Sebastian Hinz Foto: xxx
Ein Album wie »Central Market«, das Sole-Debüt des Battles-Gitarristen und -Vokalisten Tyondai Braxton, erscheint nur alle Jubeljahre. Eine Klangwelt wie diese können nur Musiker erschaffen, deren die Essenz zeitgenössischer Musik ins Mark übergangen ist. Kein Denken in Kategorien, diese Musik ist in allen Genres, allen Erdenwinkeln beheimatet. Dem schwedischen Künstler Hans Appelqvist ist 2006 mit »Naima« ein ähnliches, auf Popmusik basierendes, symphonisch-komponiertes, und dennoch weitgehend von beidem losgelöstes Werk gelungen. Wohin die Reise führt, verrät bereits das Eröffnungsstück »Opening Bell«, das in fünf Minuten Länge die romantischen Operetten Pjotr Tschaikowskys, die Jazz-Opern George Gershwins und die Intensität der Rockmusik der Battles miteinander verbindet. »Uffe’s Woodshop«, wird dann noch ergänzt und rhythmisch nach vorne getragen von einem Kazoo, einem Instrument, bei dem man wie beim Kammblasen gegen eine Membran summt. Auch der spielerische Umgang mit Stimme, wie wir ihn von Animal Collective kennen, schlägt immer wieder durch. Erstmalig hat der Sohn von Jazz-Musiker Anthony Braxton auf »Central Market« für ein ganzes Orchester komponiert. Das Resultat ist ein kleines Meisterwerk.
| »Central Market« von Tyondai Braxton ist bei Warp erschienen
| Tyondai Braxton’s MySpace
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