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Geschichten aus der Produktion
Studierende des Deutschen Literaturinstituts Leipzig lesen bei der »Hausdurchsuchung«
Text: Sebastian Reus Foto: Sascha Kokot
Man hätte auch einen regelmäßigen Tag der offenen Tür veranstalten können oder Lesungen im eigenen Haus des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Die Idee einer Lesereihe mit aktuellen Texten von Studierenden am DLL war aber von Beginn an von mehr als nur von dem Wunsch geprägt, Einblicke in die Werkstatt zu gewähren. Ziel der von Jasmin Herold und Sascha Kokot (beide DLL) gegründeten Veranstaltung war es nicht zuletzt auch, den an die Studierenden herangetragenen Vorwurf, sie seien Bewohner des Elfenbeinturms, zu entkräften. Also wurde der Turm kurzerhand selbst zur Durchsuchung freigegeben und zwar zunächst bewusst außerhalb von Leipzig: Die erste »Hausdurchsuchung« fand im Februar 2008 in Bayreuth statt. Es folgten Lesungen in Hamburg, Berlin, München, Wien, aber auch wieder in kleineren Städten wie Lüneburg und Magdeburg.
Entsprechend dem Werkstattkonzept und den am DLL vertretenen Gattungen wurden anfangs Lyrik und Prosa ausschließlich der Studierenden selbst vorgetragen. Bei Lesungen außerhalb Leipzigs ist dies auch weiterhin der Fall. Inzwischen wurde das Konzept aber dahingehend erweitert, neben den auswärtigen Terminen eine regelmäßige Veranstaltung in Leipzig zu etablieren. Dabei wird jetzt auch der Kreis der Lesenden vergrößert, so dass neben den Studierenden weiterhin jeweils ein Autor oder auch Musiker als Gast eingeladen wird, der nicht mit dem DLL in Verbindung steht. Der gewünschte Dialogcharakter ist damit ebenso unterstrichen, wie der Wille, Leute anzusprechen, die normalerweise eher nicht zu einer Lesung junger deutscher Literatur gehen würden. Man möchte am DLL weder elitäre Attitüden pflegen, noch irgendwelchen Berührungsängsten Vorschub leisten.
Dass solch ein Vorhaben nicht jedesmal gleich gut gelingt, dürfte insbesondere was den Dialogcharakter betrifft keine Überraschung darstellen. Der Schritt nach draußen ist den Studierenden aber erst einmal erfolgreich gelungen, und das Angebot, Literatur, Autorinnen und Autoren im Entstehen zuzuschauen und zuzuhören angenehm unprätentiös ausgesprochen.
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