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Der Luxus des Selbstzweifels
Auf »Two Dancers« zelebrieren Wild Beasts die Kunst des majestätischen Scheiterns und schwanken in ihren Ohrwürmern zwischen Realitätsflucht und Verzauberung
Text: Martin Silbermann Foto: xxx
Als allererstes stiftet dieses Album vor allem Verwirrung. Ist man jetzt nun auf einer Party oder allein im Schlafzimmer? Ist das jetzt euphorisch oder melancholisch? Ist das jetzt der junge Morrissey oder der exaltierteste Falsett der aktuellen Musikszene? Die Antwort lautet stets »Beides« bzw. »Mal dieses, mal jenes«. Die Band schwankt ununterbrochen zwischen den Extremen. Zum glamourösen, ja überkandidelten Klangbild gesellt sich ein Anflug von vorweg genommener Trauer. Selbst in euphorischen Textpassagen schwingt die Angst vor Misserfolg, Ver- und Unlust mit. Doch diese entgegengesetzten Impulse sorgen nicht nur für Verwirrung, sondern lösen eine majestätische Verzauberung aus.
Auch der Hörer findet sich in der ambivalent Stimmung wieder, mit der man eine fremde Feier betritt: angefüllt mit Erwartungen und doch, die Enttäuschung fürchtend, nicht gerade über Selbstzweifel erhaben. Einen ähnlichen Außenseiter-Status, wie auf einer fremden Party aufzutauchen, haben auch die wilden Biester selbst in der aktuellen Alternativ-Rock-Szene inne. Diese Position hat auch etwas für sich: zuvorderst kann man sich so einiges erlauben – was Wild Beasts gnadenlos ausnutzen. Auch durch einige Anfeindungen nach ihrem Debüt »Limbo, Panto« entfesselt die nun umso fester zusammenschweißte Band diese »Jetzt-erst-recht«-Aufbruchstimmung in ihren energetisch-elegischen Liedern. Die sind zwar sehr eingängig, aber das Nachsingen unter der Dusche dürfte (aufgrund der hohen Stimmlage) wohl nicht nur Wölfe zum Heulen bringen.

| »Two Dancers« von Wild Beasts ist bei Domino erschienen
| Wild Beasts’ Space
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