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Was heißt Belle & Sebastian auf Japanisch, Schatz?
Zusammen mit dem japanischen Akustik-Duo Tenniscoats gelingt den Pastels mit »Two Sunsets« eine Kollaboration, die so organisch und weich klingt wie eine einzelne, lange eingespielte und bestens aufeinander abgestimmte Band.
Text: Martin Silbermann
Pastels haben bereits in den 1980er Jahren angefangen, einen Sound zu kreieren, der an Sanftheit und Zartheit kaum zu überbieten war. Doch überboten und perfektioniert wurde dieser Klang letztlich dann doch; in den 1990er Jahren vor allem durch Belle & Sebastian. Darauf folgte der »Quiet is the new loud«-Hype, der auch den musikalischen Ansatz der Pastels auf einen griffigen Slogan reduzierte. Dieses Album erinnert von der musikalischen Feinheit und der zur Schau gestellten Zerbrechlichkeit her weniger an Kings Of Convenience, als vielmehr an die Schotten um Stuart Murdoch – oder aber man sagt: Pastels sind sich treu geblieben. Obwohl, so ganz stimmt das ja auch wieder nicht, denn sie haben ja die zwei Japaner von Tenniscoats hinzugezogen, um nun also gemeinsam den bereits vor knapp 30 Jahren eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die ein oder andere neue Blume an den Wegesrand zu pflanzen.
So sind die betörenden japanischen Gesänge das entscheidende Novum, wobei nicht nur das Japanische als Sprache lautmalerisch ins Zarte pendelt, sondern auch die Stimme von Saya so über die Maßen nach putzigen Mädchen klingt, dass die Niedlichkeit nahezu an ihre Grenzen stößt. Etwas zu viel des Guten ist dann auch die japanische Flöte in »Modesty Piece«, aber geschenkt. Der sommerlich beschwingte Groove von »Vivid Youth« wiegt die wenigen Geschmacksverirrungen locker auf, so dass das Etikett »Schluffi-Pop« wohl nur von besonders hämischen Rezensenten vergeben wird. Abschließend handelt es sich bei »Two Sunsets« um die Herbstplatte für alle Harmoniesüchtigen da draußen. Sie eignet sich vortrefflich für lange Umarmung in kuschlichen Fleece-Pyjamas, für gegenseitige Aromamassagen mit ausgewählten Ölen, zum Rumkullern auf knöcheltiefen Teppichen und Blümchensex unter dicken Daunendecken – natürlich im Dunkeln oder bei Kerzenschein versteht sich.

| »Two Sunsets« von Pastels/Tenniscoats ist bei Geographic/Domino erschienen
| The Pastels’ Space
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