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Vom Regen in die Schlaufe

Loscil ist einer der unbekannten »Stars« der elektronischen Musik. Seine warmen elektroakustischen Kompositionen haben ihm über die Jahre eine kleine Fangemeinde gesichert. Auf »Endless Falls« kann er seinem Soundentwurf noch etwas hinzufügen. Die Überraschung kommt ganz am Ende

Text: Sebastian Hinz Foto: Rob Bridgett

Loscil ist eine der Konstanten auf dem auch immer wieder für spannende Neuentdeckungen bekannten Chicagoer Label Kranky. Seit 2001 hat Scott Morgan aus Vancouver, der Stadt der diesjährigen olympischen Winterspiele, hier bereits vier Alben mit verträumter Electronica veröffentlicht. »Endless Falls« ist das fünfte in dieser Reihe, die siebente Veröffentlichung insgesamt. Die acht Sechsundmehrminüter wirken noch etwas cineastischer als seine Vorgänger. Der Film der hier vertont wird, handelt von schlechtem Wetter. So regnet es zu Beginn von »Endless Falls«. Nicht nur ein paar Tropfen, kein Nieseln, nein, es regnet in Strömen, als hätte dieser Niederschlag keinen Anfang und schon gar kein Ende. Für den nachfolgenden Track »Estuarine« muss Scott Morgan dann schon in ein U-Boot steigen, so viel Wasser ist das. Beim nachfolgenden »Shallow Water Blackout« hat sich das Wasser schon wieder auf Kniehöhe zurückgezogen und bei »Fern and Robin« tropft es nur noch leicht, das Motiv hingegen hat sich inzwischen längst festgesetzt. Demnach ist Loscil ein homogenes, sein bislang bestes, Album gelungen, dem man dennoch vorwerfen kann, zu selten Akzente außerhalb dieser Schablone aus elegischen Ambientloops und rhythmisierenden Klangverschiebungen (auch der Name Loscil ist ein Kompositum aus »loop« und »oscillate«) zu setzen. So ist das abschließende »The Making Of Grief Point«, unterlegt mit der Stimme von Daniel Bejar, der erzählend die Musik mit Bildern befördert, mehr als nur der krönende Ausblick. Dieses lyrische ist genau die bislang vermisste Komponente in der Musik von Loscil. Ganz am Ende regnet es wieder. In diesem Regen glänzt dann schon ein Sonnenstrahl.

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Die Vinylversion von »Endless Falls« hält mit »Graupel« und »Kinematics« zwei Bonustracks parat.

:: »Endless Falls« von Loscil ist bei Kranky erschienen

:: MySpace - Loscil



Kommentare

  1. slow motion / 15.04.2010 / 22:54

    Höre gerade Loscil. ;-) Wunderschönes Album, besonders “Fern and Robin”! Alles sehr entspannt, friedlich, viel Subtiles und doch stets aufgeräumt. Ambient vom Feinsten.

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